Perlen faszinieren die Menschen schon seit ewigen Zeiten. Die erste Überlieferung findet sich schon über 2016 Jahre vor Christus, in einer chinesischen Schrift, die über Perlen als Tributzahlung an einen König berichtet. Und wenn man weiß, dass Perlen in China für Würde, Weisheit und Reichtum stehen, wundert einen diese Art der Zahlung nicht.
Auch in anderen Hochkulturen wurde die Perle hoch geschätzt, sei es in Persien, Indien, Rom und Griechenland. Diese Kulturen schrieben den Perlen unterschiedliche Eigenschaften zu. Im arabischen Raum stand sie für Jungfräulichkeit und sollte zugleich als Mittel gegen Wahnsinn sowie als Aphrodisiakum. Allerdings ist keine Gebrauchsanweisung übermittelt, um festzustellen, wie die Perlen verschrieben wurden 😉 Dies tat der Beliebtheit der Perlen keinen Abbruch, bis durchs ganze Mittelalter verzückten sie Frauen.

Die berühmteste Perlengeschichte des Altertums dreht sich um Kleopatra. Die ägyptische Regentin war in hohen römischen Kreisen nicht sonderlich beliebt, wie diese Anekdote nach Plinius dem Älteren zeigt: Es wurde sich erzählt, dass die mutmaßlich verschwenderische Königin mit ihrem Geliebten Marc Anton ein Festbankett nach dem anderen feierte und schließlich mit dem Römer wettete, dass sie ein Fest für 10 Millionen Sesterzen ausrichten lassen würde. Marcus Antonius wollte dies nicht glauben und hielt dagegen. Nun fuhr Kleopatra zwar ein riesiges Festmahl auf, jedoch nicht ansatzweise in dem Bereich der 10 Millionen. Marc Anton wähnte sich schon als Sieger, als die Königin einen ihrer Perlenohrringe abnahm und in Essig löste und so gewann.
Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist aber sehr niedrig und wohl eher eine Schmutzkampagne gegen Kleopatra. Versuche mit heutigen Essigkonzentrationen zeigten, dass eine Auflösung der Perlen nicht möglich war. Aber so kann man sehen, wie Perlen schon früher zu Geschichten inspiriert haben.